

Das Naturstammhaus ist im Prinzip eine alte Bauweise, die sich durch Weiterentwicklung und Präzisionsarbeit auch in unserer Zeit sehr gut für den Bau von Wohnhäusern, Ferienhäusern, Almhütten und Saunen bewährt hat. Jedes Naturstammhaus ist für sich einzigartig und passt in Landschaften mit viel Natur.
Ein Naturstammhaus bauen
Die Qualität eines Blockhauses fängt schon bei der Auswahl und der Schlägerung der Bäume im Wald an. Hier sollten Stämme gleichen Alters und gleicher Herkunft verwendet werden. Ältere Stämme und jene, die im Winter gehackt werden, arbeiten weniger, sind ruhiger. Die 30 bis 50 cm dicken Stämme werden dann mit einem Hochdruckreiniger entrindet, um die Stammoberfläche nicht zu verletzen und die natürliche Form des Stammes beizubehalten. Manche Betriebe entrinden mit der Hacke und schleifen nach.
Ein Naturstammhaus bauen ist Handarbeit
Das Naturstammhaus wird gemäß den Wünschen des Kunden geplant und in aufwändiger Handarbeit am Sitz des Betriebes - Baumstamm für Baumstamm samt Dach gefertigt. Dabei wird der einzelne Baustamm auf den darunter liegenden Stamm mittels Präzisionswerkzeug, „Logscriber“ genannt, mit Hilfe von Motorsäge und Stoßaxt auf die Konturen angepasst und ausgearbeitet. Hier kommen Eckverzapfungen zum Einsatz, die die Bewegungen während des Setzungs- und Trocknungsprozesses aufnehmen können und trotzdem passgenau sitzen. Hohe Stabilität ohne Nägel und Schrauben ist gewährleistet. Nachher wird das Haus wieder Stamm für Stamm abmontiert, versandfertig gemacht, auf die Baustelle gefahren und dort wieder nach dem gleichen Verfahren aufgebaut.
Fenster- und Türöffnungen werden ausgeschnitten. Die Balkenköpfe werden mit einer senkrechten Nut versehen, die Stammenden auf gleichmäßige Stärke abgeflacht.
Um Wärmebrücken zu vermeiden und eine gute Winddichtheit herzustellen, werden Schafwolle und elastische Dichtungsbänder auf Sattelkerben und Längsverbindungen eingelegt. Früher verwendete man dafür Moos. Ein zusätzliches Dämmen der Wände ist nicht erforderlich. Ausreichender Dachüberstand ist wichtig, damit das Holz gegen Witterungseinfüsse ausreichend geschützt ist.
Vorteile von Naturstammhäusern
Naturstammhäuser bewahren dauerhaft die besonderen Vorteile von Holz: die Diffusionsfähigkeit reguliert die Luftfeuchtigkeit und schafft ein angenehmes und gesundes Raumklima. Da Holz ein schlechter Wärmeleiter ist, ist es im Sommer kühl und im Winter warm. Holz ist schadstofffrei, verbreitet einen angenehmen Duft, dämmt gut, lässt sich leicht bearbeiten.
Der Nachteil von Naturstammhäusern ist die aufwändige Herstellungsweise und verlangt extrem gute Kenntnisse der Holzverarbeitung. Je kleiner das Gebäude ist, um so mehr kostet es. Große Objekte sind oft preiswert.
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